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 Betreff des Beitrags: Mikrotransaktionen in Computerspielen
BeitragVerfasst: Montag, 12. Mai 2014, 16:28:03 
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Ich stolpere immer wieder über Mikrotransaktionen in Computerspielen und habe deshalb auch schon in meinem Blog ausführlicher darüber berichtet. Meine Frage ist, wie ihr hierzu steht und ob auch ihr dazu Handlungsbedarf von der Regierung oder USK seht?

meinen Blogeintrag findet ihr hier: http://www.nordvana.blogspot.de/2014/05/mikrotransaktionen.html

Ich persönlich bin der Meinung, das Spiele mit diesem Bezahlsystemen grundsätzlich ab 16Jahren eher ab 18Jahren frei erwerblich sein sollten. Auch bin ich für klare Kennzeichnung für erwerbbare Zusatzinhalte. Doch wie seht ihr das?


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 Betreff des Beitrags: Re: Mikrotransaktionen in Computerspielen
BeitragVerfasst: Montag, 12. Mai 2014, 17:31:16 
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Ich sehe hier zwei Sichten auf die Mikrotransaktionen. Zunächst halte ich es für kein rein negatives Finanzmodell, sondern ebenso gleichwertig wie andere Modelle, wie dem Vollpreiskauf. Es gibt jedoch zahlreiche Beispiele in denen dies manipulativ, oder unmoralisch eingesetzt wird. Zum Beispiel wenn Zahlungen ein essentieller Bestandteil der Spielerfahrung werden und zu Effekten wie dem „Pay-to-Win“ führen, bei dem spielerische Überlegenheit teilweise oder vollständig durch Geldzahlungen erreicht wird. Nicht nur sehe ich es als sehr negativ, gerade für Jugendliche gerät man hier in den Bereich der Erziehung und den vernünftigen Umgang mit Geld.

Damit zur vorab erwähnten anderen Sicht, der Altersbeschränkung. Eine Einschränkung halte ich nicht für sinnvoll. Immerhin sollen Kinder und Jugendliche lernen mit ihrem Geld umzugehen. Digitale Bezahlmodelle sind noch recht neu, werden jedoch immer wichtiger. Es sollte vom Motiv keinen Unterschied machen, ob ein Jugendlicher sich eine Musik CD oder ein Objekt in einem PC-Spiel kauft. Dafür gibt es in Deutschland die Regelungen der beschränkten Geschäftsfähigkeit (7 – 18 Jahre) und z. B. den Taschengeldparagraphen.

Beides vereint wäre es wünschenswert wenn die Firmen hinter den Mikrotransaktionen transparent und moralisch mit dem Modell umgehen würden. Ohne Regularien bleibt dies vermutlich ein Wunschtraum. Daher wären eventuell dies die Ansatzpunkte wo der Staat leitend, aber nicht verbietend, eingreifen könnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mikrotransaktionen in Computerspielen
BeitragVerfasst: Mittwoch, 14. Mai 2014, 14:47:22 
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Ich halte die Mikrotransaktionen auch nicht grundsätzlich für ein schlechtes Bezahlmodell. Ich finde Free2Play Titel wie zum Beispiel WarThunder für durchaus lobenswert und gut. Es geht mir hierbei auch gar nicht um das Pay2Win Modell. Das wird sich glaub ich auch von alleine erledigen, da nur Spiele langfristig erfolgreich sein werden, die dieses Modell nicht oder nur in sehr geringen Maße nutzen.

Eine Altersbeschränkung halte ich dennoch für sehr sinnvoll. Grundsätzlich ist es natürlich egal ob der Jugendliche sich eine Musik CD im laden, ein Lied bei Itunes und Co. oder bei einem Spiel sein Auto in Blau kauft. Doch gibt es ganz markante Unterschiede.

Beim Einkauf in einem Ladengeschäft habe ich normal nur das Geld zur Verfügung, dass ich auch wirklich habe. Bei Onlinebestellungen die im schlimmsten Fall über die Handyrechnung der Eltern abgebucht wird, fehlt dem Jugendlichen jeder Bezug zur Realität. Bei der Regelung der beschränkten Geschäftsfähigkeit ist es dem Jugendlichen nicht möglich einen Vertrag zu schliessen, der ihm regelmäßige kosten auferlegt, doch es ist ihm möglich bei einem Spiel wie Anno Online oder Farmville mehre Tausend Euro auszugeben bei dem die Eltern dies erst kontrollieren können wenn die Rechnung ins Haus flattert oder der Bankeinzug zurückläuft. Dann hat der Jugendliche aber noch immer dem Rechtssinne nach, einen wirksamen Kaufvertrag (bzw. 100 wirksame Kaufverträge) abgeschlossen.

Genau aus diesem Grund, halte ich es für sehr Wichtig, das online vertriebene Spiele von der USK geprüft werden müssen bevor Sie in Deutschland angeboten werden dürfen und dass die Prüfung eben nicht mehr nur auf Gewalt und Sex prüfen, sondern auch das Bezahlmodell und Suchtpotenzial berücksichtigen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mikrotransaktionen in Computerspielen
BeitragVerfasst: Mittwoch, 14. Mai 2014, 17:13:53 
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Den Unterschied in der Bezahlung erkenne ich auch. Das Eigentliche Problem ist darin ja, dass es online keine Begrenzung der Ausgaben gibt. Das ist der Sinn hinter dem Taschengeldparagraphen, der jedoch nicht auf das Onlinemodell greift, da er keine digitalen Kreditzahlungen berücksichtigt. Ich sehe eher hier das Problem, als in der Altersbegrenzung. Jugendliche auszuschließen weil sie sich erst ab 18 Jahren verschulden sollen sehe ich nur als Umgehen des eigentlichen Problems. Es sollte verhindert werden, dass sich Jugendliche über Onlinekäufe erst überhaupt verschulden. Jugendliche könnten in ihrem Online Kaufverhalten eingeschränkt werden, aber ich würde sie nicht davon ausschließen. Verpflichtende Prepaid Modelle wären eventuell eine Möglichkeit für Kinder <18 Jahren. Derzeit ist es noch immer möglich anonym diese Einkäufe zu tätigen, somit ist eine Alterskontrolle von vornherein nicht möglich. Die gesamte Gesetzgebung ist weder auf die Marktwirtschaft, Urheberschaft, Jugendschutz und sonstige Bereiche im Internet richtig abgestimmt. Dies verursacht viele Probleme, wie die Verschuldung durch Mikrotransaktionen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mikrotransaktionen in Computerspielen
BeitragVerfasst: Mittwoch, 14. Mai 2014, 18:14:35 
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Ich finde das ganz schwierig. Wie soll ich, als Elternteil die Kontrolle behalten, wenn alles jede einzelne Bezahlung unter den Taschengeldparagraphen fällt. Jeden Tag 10 € und es wird so richtig teuer, ohne dass ich etwas dagegen tun kann. Außer natürlich striktes Verbot. Einzige Möglichkeit bei Handyspielen ist die Prepaidkarte, wenn leer, dann leer :)
Aber am PC?
Ich fühle mich da als Mutter echt überfordert.
Gott sei Dank ist hier das Problem nicht groß, aber trotzdem muss ich immer ein Auge darauf haben.
Gute Diskussionsidee!


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 Betreff des Beitrags: Re: Mikrotransaktionen in Computerspielen
BeitragVerfasst: Mittwoch, 14. Mai 2014, 21:05:10 
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Daher sollte eine Verschuldung verhindert werden. Das "digitale" Taschengeld muss auch gesichert sein, durch z.B. Prepaid Modelle. Den Eltern hier die Aufsichtspflicht zu geben wurde zwar schon öfters angesprochen, aber ganz erlich ist es offensichtlich, dass dies nicht funktioniert. Die USK hat ja schon Elternratgeber für Computerspiele. Vielleicht findet sich etwas ähnliches auch für Onlinezahlungen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mikrotransaktionen in Computerspielen
BeitragVerfasst: Montag, 19. Mai 2014, 13:32:04 
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Ich glaube, dass eine USK Alterseingrenzung erfolgreicher ist als Kinder auf Prepaid festzunageln.

Das hat folgende Gründe:
Das Kinder ein Handy nur im Prepaid verfahren nutzen dürfen, ist einerseits nicht logisch und andererseits nicht sinnvoll.
Nicht logisch weil: Prepaid Telefone sind in der Nutzung teurer als eine Vertragsnutzung. Gerade bei den heutigen SMS fluten.

Zum anderen würde, dies nur das Mikrotransaktionsmodell bei Spielen auf dem Handy oder mit Bezahlung über dem Handy nutzen bringen. Der Hersteller könnte also auch das normale Lastschriftmandat oder Bankeinzug nutzen. Wenn er von einem Jugendlichen also ein Lastschriftmandat erhält, kann er sein Geschäftsmodell nutzen bis das Geld vom Konto oder dem Konto der Eltern komplett weg ist und die Bank das Konto sperrt.

Deswegen halte ich eine Einstufung durch die USK für wesentlich sinnvoller. Denn eine Altersbegrenzung würde alle Geschäfte mit dem Jugendlichem, der jünger ist, als das vorgegebene Alter, perse ungültig werden lassen. Spiele ohne Einstufung dürften nicht beworben und dem jugendlichen nicht zugängig gemacht werden. Somit sind App-Shops und ähnliche Anbieter, in der Pflicht auf Jugendfreigaben zu achten, da ihnen sonst eine Sperrung in Deutschland droht und das unabhängig vom Standort des Shops.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mikrotransaktionen in Computerspielen
BeitragVerfasst: Montag, 19. Mai 2014, 14:29:17 
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Ich sehe das ehrlich gesagt kritisch. Mit einer Altersbegrenzung würde man den Onlinemarkt in Spielen für Jugendliche komplett sperren. Der daraus resultierende Aufwand für die Betreiber der Spiele würde vermutlich das gesamte Bezahlmodell unrentabel machen und Mikrotransaktionen, ob gut oder schlecht, würden aufhören. Derzeit würde ich sagen, dass eine Altersbegrenzung sich nicht realistisch umsetzen lässt. Klar kann man die von Gesetz her verabschieden, aber ich bezweifle, dass das Problem dadurch behoben wird.

Bei den Prepaid Modellen habe ich mich nicht nur auf Handys bezogen, sondern ich meinte generelle Prepaid Modelle. Ein Jugendlicher sollte also sein Online-Guthaben vorher aufladen müssen, bevor er sich etwas im Spiel kauft. Egal ob eine Handyrechnung oder Bankeinzug stattfindet. Wenn das Kind entsprechend Geld auf dem Konto hat, ist es wie im offline Handel auch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mikrotransaktionen in Computerspielen
BeitragVerfasst: Dienstag, 20. Mai 2014, 13:14:18 
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Der Markt würde sich anpassen. Wir reden hier über einen Milliarden Markt, der sicher dann andere Modelle finden wird, wer sagt denn, dass ein Spiel, das solche Sicherheitsmechanismen wie Prepaid anbietet, dann strikt ab 18 sein muss.

Dennoch ist es wichtig für die Eltern und für die Software Entwickler eine Grundlage zu bieten an der, diese sich Orientieren können. Es gibt viele Eltern die sich in diesem Bereich auskennen wenn der Schaden da ist.

Doch ist es falsch zu sagen, wir können das nicht realistisch Umsetzen, deswegen gehen wir das gar nicht erst an. Außerdem ist es vor allem Wichtig die rechtliche Position der Eltern zu stärken.


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 Betreff des Beitrags: Re: Mikrotransaktionen in Computerspielen
BeitragVerfasst: Dienstag, 20. Mai 2014, 14:19:48 
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Das Prepaid Modell wäre ja eben nicht strikt ab 18, sondern wäre darüber für Jugendliche zugänglich. Etwas nicht realistisch umsetzen zu können ist auf jeden Fall ein Grund es nicht zu tun. Entweder muss man sich überlegen, wie man es schafft, oder man sollte es lassen. Andernfalls würde man nur eine halbgare Lösung finden, die weder Eltern, Jugendlichen oder Betreibern hilft und die gibt es schon genug. Sicher muss die rechtliche Lage geklärt werden, aber das muss in jeder Lösung der Fall sein, ob Altersbegrenzung oder nicht.

Jugendliche sollen lernen mit den Barzahlmodellen umzugehen und dazu sollte es Maßnahmen geben, die sie vor Missbrauch und Gefahren schützen. Bei einem Verbot würde der Markt würde sich anpassen und durch eine weitere Systemlücke den Jugendlichen das Geld aus der Tasche zu ziehen.


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